Recyclingquoten Sammelsystem „Grüne Tonne“

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Quelle: Adobe Stock

Das Europäische Kreislaufwirtschaftspaket gibt für 2035 eine Recyclingquote von 65% für Siedlungsabfälle vor. Welche Maßnahmen müssen bei der „Grünen Tonne“ im Bezirk Neunkirchen gesetzt werden, um dieses Ziel zu erreichen? Wie erfolgreich ist die Grüne Tonne im Vergleich zu anderen Getrenntsammelsystemen?

Zur Beantwortung dieser Fragen wurde von der Reinhalteverband Grüne Tonne Neunkirchen Recycling- und Kompostierungsgesellschaft m.b.H. im Frühjahr 2020 die IUT in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft (AVAW) der Montanuniversität Leoben beauftragt, die Recyclingquoten des Systems „Grüne Tonne Neunkirchen“ zu berechnen.

Beim System „Grüne Tonne“ werden die Kunststoff- und Metallverpackungen in einer Tonne gemeinsam mit anderen trockenen Abfällen gesammelt. Zusätzlich gibt es eine getrennte Sammlung für Bioabfall, Altpapier, Glas und Nassmüll. Die Recyclingquoten sollten mit anderen Systemen in Österreich verglichen und auch Wege zur Erreichung der im europäischen Kreislaufwirtschaftspaket festgeschriebenen Zahlen aufgezeigt werden.

Grundlage für die Untersuchung bildeten die vorliegenden Stoffstromdaten des Unternehmens aus den Jahren 2017 – 2019. Für die Berechnungen wurde ein Modell eingesetzt, welches durch die AVAW für eine Studie über die energetische Bewertung und Betrachtung klimarelevanter Emissionen von modernen, recyclingoptimierten Systemen für Siedlungsabfall erstellt wurde. Mithilfe des Modells konnten u.a. folgende Fragestellungen beantwortet werden:

  • Welche Recyclingraten für Siedlungs- und Verpackungsabfälle erreicht das System „Grüne Tonne Neunkirchen“?
  • Wie ist die Recyclingrate im Vergleich zum österreichischen Durchschnitt und zu anderen Sammelsystemen zu sehen?
  • Welche Hebel können eine Erhöhung der Recyclingquoten für das System Grüne Tonne bringen?

Um einen Vergleich zu anderen Systemen in Österreich herstellen zu können wurde u.a. auf ein System mit getrennter Sammlung von Altmetallen, LVP-Materialien, Altpapier, Glas, Bioabfall und Restmüll einmal mit anschließender Abfallverbrennung (GS-2) und einmal mit einer nachfolgenden MBA sowie thermischer Verwertung der unterschiedlichen EBS-Fraktionen (GS-34) referenziert. Das Modell „Grüne Tonne“ wurde mit der Bezeichnung GS-2T im System geführt.

Beim Szenario „status quo“ ist ersichtlich, dass derzeit kein einziges der Systeme die Zielquote von 65% erreicht. 3 weitere Szenarien wurden untersucht:

  • Szenario „sam+“: Erhöhte Erfassung von getrennt gesammelten Fraktionen.
  • Szenario „tec+“: Verbesserung der Sortier- und/oder Verbrennungstechnologie bzw. die Erhöhung der Substitutionsrate in Zementwerken.
  • Szenario „samtec+“: Vereinigung aller Bemühungen der vorherigen Szenarien.

Die Ergebnisse zeigen für das System „Grüne Tonne“:

  • Das bestehende System ist jedenfalls zumindest als gleichwertiges System hinsichtlich der Erreichung von Recyclingquoten anzusehen (rein aus der Modellrechnung ergibt sich ein Vorteil von ca. 5% zu anderen Systemen).
  • Eine Verbesserung der getrennten Sammlung (sam+) hat den gleichen Effekt wie die Verbesserung der technischen Sortiermöglichkeiten (tec+).
  • Mit der Aufrüstung der Sortieranlage und einer Optimierung der getrennten Sammlung sollten die Zielquoten für 2035 erreicht werden.

Für nähere Auskünfte stehe ich Ihnen jederzeit gerne unter 02627/82197-13 zur Verfügung.

Mr. Michael Pinkel


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