Kunststoffrecycling – was steckt dahinter ?

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Das Thema Kunststoffrecycling ist derzeit in aller Munde. Doch was steckt dahinter? Wie bei allen konventionellen Abfallaufbereitungsverfahren gibt es eine Menge langzeiterprobter Technologien aber auch neue Ideen und Prototypen. Viele der Technologien haben trotzdem eines gemeinsam: Sie benötigen schon am Beginn ihrer Kette ein möglichst sauberes und sortenreines Inputmaterial.

Organische Anteile sowie andere problematische Verunreinigungen, wie z.B. bei Restmüll, bedingen, dass die Wertstoffpotenziale dieser Inputströme nicht auf konventionelle Weise zur Herstellung eines Sekundärkunststoffes nutzbar sind. Aufgrund der vorhandenen Aufbereitungskapazitäten wird daher derzeit überwiegend das Potenzial aus den getrennt gesammelten Abfällen oder Industrieabfällen genutzt. Stand der Technik ist es mit Hilfe von automatischen Sortiereinrichtungen (Nahinfrarotsortiermaschinen, Sortierrobotern) bzw. auch durch manuelle Sichtung Fraktionen zu generieren, welche die notwendige Stoffgruppenreinheit für das Recycling aufweisen.

Diese vorsortierten Fraktionen werden danach vorwiegend Nasswascheinrichtungen zugeführt, um die Anhaftungen und sonstige Verunreinigungen zu entfernen. Vor der Regranulierung des gewaschenen, sauberen Kunststoffes ist es vor allem bei dünnwandigen Kunststoffen erforderlich eine thermische Trocknung durchzuführen, welche sich natürlich sehr negativ auf die Betriebskosten solcher Anlagen auswirkt. Dazwischen stehen je nach Inputmaterial noch eine Vielzahl von anderen Maschinen wie z.B. Zerkleinerer, Granulatoren, Abscheider, Zentrifugen, Fördereinrichtungen, etc. Nicht zu vergessen ist dabei auch die Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung, welche je nach standortspezifischen Einschränkungen (z.B. Quantität und Qualität an Frischwasser, Ableitbedingungen in Menge und Reinheit, etc.) zu wesentlichen Kosten führen kann.

Am Ende des Prozesses steht dann ein Regranulat zur Verfügung, welches je nach Kunststoffsorte, Reinheit und damit einhergehender Nutzbarkeit einen Marktwert von ca. 600 – 800 €/t hat. Diese Erlöse wirken natürlich bei Einkaufspreisen des vorsortierten Inputmaterials im unteren dreistelligen Bereich sehr verlockend. Aufgrund der hohen Betriebskosten und der im Vergleich dazu geringen Durchsatzmengen von üblicherweise 1-2 t/h (abhängig von Wandstärken, 2D- oder 3D-Kunststoffen, etc.) sollte daher keine uneingeschränkte „Goldgräberstimmung“ ausbrechen.

Es ist überaus wichtig, dass eine sorgfältige Planung und eine Wirtschaftlichkeitsanalyse vor der Durchführung eines solchen Projektes erstellt wird und auch eine gewisse „Lernzeit“ berücksichtigt wird.

Die IUT kann Sie dabei unterstützen Ihre Ideen zu entwickeln, Ihre Ideen zu konkretisieren und in konkrete Zahlen umzuwandeln, mit welchen Ihr Unternehmen eine, auf soliden Berechnungen basierende Investitionsentscheidung, treffen kann.

Mr. Jürgen Deditz


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