Bei 40 m ist jetzt nicht mehr Schluss

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In größeren Gebäuden ist es oft schwer, eine maximale Fluchtweglänge von 40 m nicht zu überschreiten. Mit 1.12.2017 trat eine Novellierung der Arbeitsstättenverordnung in Kraft, die nun unter bestimmten Voraussetzungen Fluchtweglängen von bis zu 70 m ermöglicht. Das stellt eine Erleichterung für viele Betriebe dar.

Bei der Planung von größeren Betriebsanlagen stehen wir vor der Herausforderung, die Maschinen und Gebäude so zu gestalten, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Fluchtweglängen eingehalten werden. Geregelt sind die Fluchtweglängen im § 17 Abs. 1 Arbeitsstättenverordnung (AStV). Bis vor wenigen Jahren waren 40 m als absolute Obergrenze festgelegt. Mit der Einführung der OIB Richtlinie 2.1. „Brandschutz bei Betriebsbauten“ wurden Fluchtweglängen von mehr als 40 m bis zu maximal 70 m ermöglicht, sofern geeignete Ersatzmaßnahmen getroffen werden. Der Nachteil dieser Regelung bestand aber darin, dass die OIB Richtlinien nicht in allen Bundesländern für verbindlich erklärt wurden, nicht alle Arbeitsinspektoren den Inhalt der OIB´s kannten und Fluchtweglängen von mehr als 40 m nur mit Ausnahmebescheid zulässig waren.

Mit 1.12.2017 wurden die Regelungen der OIB nunmehr in den § 17 Abs. 1a AStV übernommen.
Liegen keine anderen Gefährdungen als durch Brandeinwirkung (insbesondere keine chemische oder mechanische Gefährdung) vor, und ist in jedem Geschoß ein weiterer und möglichst entgegengesetzt liegender Ausgang vorhanden, so kann die Fluchtweglänge betragen:

  1. höchstens 50 m bei Räumen mit einer lichten Raumhöhe von mindestens 10 m,
  2. höchstens 50 m bei Räumen mit einer lichten Raumhöhe von mindestens 5 m bei Vorhandensein einer automatischen Brandmeldeanlage mindestens im Schutzumfang „Brandabschnittsschutz“ mit Rauchmeldern,
  3. höchstens 70 m bei Räumen mit einer lichten Raumhöhe von mindestens 10 m bei Vorhandensein einer automatischen Brandmeldeanlage mindestens im Schutzumfang „Brandabschnittsschutz“, mit Rauchmeldern,
  4. höchstens 70 m bei Vorhandensein einer Rauch- und Wärmeabzugsanlage, welche durch eine automatische Brandmeldeanlage mindestens im Schutzumfang „Brandabschnittsschutz“ mit Rauchmeldern angesteuert wird.

Mit der Aufnahme dieser Bestimmungen in die AStV können sie nunmehr verbindlich und ohne Ausnahmebescheid angewendet werden.

Dipl. Ing. Karl Harather


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