BAT´s für Kompostanlagen

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Kompostanlagen fallen nur dann unter die IPPC – Regelungen, und damit unter die Anwendung des BREF-WT, wenn die tägliche Kapazität mehr als 75 t beträgt. Da es in Österreich nur wenige große Kompostanlagen gibt, sind auch nur einige Anlagen betroffen. Die relevanten BAT´s betreffen die Überwachung von Geruchsemissionen, Regelungen zur Abluftreinigung sowie die Forderung nach versiegelter Oberfläche für alle Abfalllager und –behandlungen.

In der Diskussion zur Erstellung des BREF-WT gab es Befürchtungen, dass Kompostanlagen ab einer bestimmten Größe nur mehr eingehaust zugelassen werden würden. So fordert zum Beispiel die TA-Luft in Deutschland eine geschlossene Ausführung von Kompostanlagen ab einem Durchsatz von 10.000 t/a. In Österreich ist gemäß Stand der Technik der Kompostierung auch bei größeren Anlagen eine offene Ausführung möglich, sofern die Geruchsimmissionen bei den Anrainern in einem genehmigungsfähigen Bereich liegen. Der Entwurf des BREF-WT sieht hier keine Verpflichtung für eine geschlossene Ausführung vor, die bislang in Österreich angewendete Vorgangsweise kann weiter verfolgt werden.

Gemäß BAT 6 sind bei Kompostanlagen Geruchsemissionen regelmäßig zu überwachen. Die Überwachung hat mit einem standardisierten Verfahren zu erfolgen. Als eine Methode wird die dynamische genannt. Der Einsatz der dynamischen Olfaktometrie ist zwar eine Kann-Bestimmung, aber in der Praxis ist kein anderes, einfaches Verfahren bekannt, um Geruchsemissionen zu überwachen. Für alle offenen Kompostanlagen stellt das eine Mehrbelastung dar.

Für Kompostanlagen mit einer Ablufterfassung und -reinigung ist in Österreich zumeist eine Überwachung der Geruchsemissionen vorgeschrieben. Für diese Anlagen stellt BAT 6 keine Mehrforderung dar. Auch ist im BREF-WT kein bestimmter Geruchsgrenzwert vorgegeben. In Österreich ist bei biologischen Abfallbehandlungsanlagen oft ein Grenzwert von 500 GE/Nm³ einzuhalten.

Für biologische Abfallbehandlungsanlagen mit Ablufterfassung und –reinigung ist im BREF WT ein Biofilter vorgesehen, ein Grenzwertbereich für NH3 mit 0,1 – 10 mg/Nm³ und für H2S mit 0,1 – 1 mg/Nm³ ist zu erreichen (BAT 32). Biofilter sind auch in Österreich die übliche Methode zur Abluftreinigung bei Kompostanlagen. NH3 wird manchmal überwacht, H2S stellt einen in Österreich gänzlich neuen Grenzwert dar.

Wesentliche Auswirkungen auf die österreichische Praxis hat BAT 20a, wonach alle Flächen, auf denen Abfälle gelagert oder behandelt werden, eine versiegelte Oberfläche (asphaltiert, betoniert) aufweisen müssen. Gemäß österreichischem Stand der Technik der Kompostierung dürfen verholzte Abfälle auf unbefestigten Flächen zwischengelagert werden. Werden gewisse Voraussetzungen erfüllt, kann die Nachrotte und Nachlagerung auf offenem Mutterboden ausgeführt werden.


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