Oberflächenentwässerung – Anpassung erforderlich?

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Neue ÖWAV Regelblätter haben den Stand der Technik bei der Erfassung und Behandlung von Oberflächenwässern weiterentwickelt. Für die Einleitung in Vorfluter, die Versickerung in den Untergrund und den Umgang mit Löschwasser gibt es neue Vorgaben, deren Einhaltung bei Genehmigungsverfahren auch eingefordert wird.

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Die ÖWAV Regelblätter 35 – Einleitung von Niederschlagswasser in Oberflächengewässer, 37 – Umgang mit Löschwasser und 45 – Oberflächenentwässerung durch Versickerung in den Untergrund regeln die Auslegung und technische Ausführung der Einrichtungen zur Behandlung der Oberflächenwässer neu. Zuerst müssen die Herkunftsflächen in Abhängigkeit von der möglichen Belastung mit Inhaltsstoffen einem Flächentyp zugeordnet werden. Unterschiedliche Nutzungsarten wie z.B. Dachflächen, Parkflächen, bis hin zu betrieblich genutzten Lager- und Manipulationsflächen haben unterschiedliche Anforderungen an die nachgeschalteten Entwässerungssysteme. Eine direkte Ableitung in Sickerschächte oder in einen Vorfluter ist nur mehr bei gering belasteten Dachflächen möglich. Für alle anderen Herkunftsflächen ist die Ausbildung einer oder mehrerer Reinigungsstufen erforderlich. In vielen Fällen ist auch der Rückhalt von Löschwasser geboten.

Aus derzeit laufenden Abklärungen mit den Genehmigungsbehörden lassen sich für Park- und reine Fahrflächen mit geringem Verschmutzungspotential sowie für Flächen, an denen mit starkem Verschmutzungspotential zu rechnen ist (Lager- und Manipulationsflächen für Abfälle, etc.), folgende technische Einrichtungen bei Einleitung in ein Fließgewässer ableiten.

Park- und reine Fahrflächen mit geringem Verschmutzungspotential:

  • Schlammfang mit Rechen vor allem auch zur Rückhaltung von allfälligen Kunststoffverunreinigungen
  • Im Bedarfsfall Schaffung einer Retention für eine vernünftige Dimensionierung der nachfolgenden technischen Filtereinheit
  • Absperrschieber für einen Löschwasserrückhalt
  • Reinigungsanlage mit technischem Filter

Flächen mit starkem Verschmutzungspotential:

  • Schlammfang mit Rechen
  • Reinigungsstufe 1 mit Ölabscheider
  • Retention für eine vernünftige Dimensionierung der nachfolgenden technischen Filtereinheit
  • Absperrschieber für einen Löschwasserrückhalt
  • Reinigungsstufe 2 mit technischer Filtereinheit

Die vorab angeführten mehrstufigen Systeme stellen einen derzeit diskutierten Standard dar. Es kann jedoch nicht jede Betriebsanlage gleich betrachtet werden und es ist jedenfalls erforderlich, für jeden Standort ein individuell angepasstes Entwässerungskonzept auszuarbeiten. Durch entsprechende Trennung von stark und schwach belasteten Flächen lassen sich die erforderlichen Investitionen minimieren bzw. auch bestehende Einrichtungen besser integrieren.

Für Fragen zum Thema stehe ich Ihnen jederzeit gerne unter m.pinkel@ig-iut.at oder 02627/82197-13 zur Verfügung.

Ing. Michael Pinkel


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