BREF Waste Treatment – Aktueller Stand

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Größere Abfallbehandlungsanlagen, die dem Anhang 5 des AWG 2002 entsprechen, sogenannte IPPC-Behandlungsanlagen, müssen nach den besten verfügbaren Techniken errichtet und betrieben werden. Als Maßstab dafür dienen die europäischen BREF – Merkblätter (Best Available Technique Reference Documents). Für die mechanische, biologische und chemisch-physikalische Behandlung von Abfällen wird derzeit an einer Aktualisierung gearbeitet. Im Dezember 2015 wurde durch das Europäische IPPC Büro ein erster Entwurf des BREF – Waste Treatment veröffentlicht. Mittlerweile gibt es die dritte Fassung.

Die mechanische Abfallbehandlung wird getrennt beschrieben für

  • Anlagen zur Behandlung von Metallabfällen (inkl. Altautos)
  • Anlagen für die Behandlung von Kühl- und Klimageräten
  • Anlagen zur Behandlung heizwertreicher Abfälle

Die biologische Behandlung wird getrennt dargestellt in

  • Aerobe Behandlungsanlagen inkl. Kompostanlagen
  • Anaerobe Behandlungsanlagen
  • Mechanisch-biologische Behandlungsanlagen

In den Kapiteln 2 – 5 des Merkblatts werden die aktuell in Europa angewendeten Behandlungsverfahren, Emissionsminderungstechniken und die Emissionen in die Luft und den Wasserpfad beschrieben. Im Kapitel 6 des Merkblatts werden 52 konkrete Schlussfolgerungen (BAT – Best Available Techniques Conclusions) gezogen, die den Stand der Technik definieren. Die BAT´s betreffen organisatorische und technische Maßnahmen zur Emissionsminderung, einzuhaltende Emissionsgrenzwerte, Überwachungsmaßnahmen, Energieeffizienz, aber auch Anforderungen an den Betrieb der Anlagen.

Zu den Entwürfen konnten alle Interessierten Stellung nehmen. In Österreich hat das Umweltbundesamt die Rückmeldungen gesammelt und in 2 Arbeitskreistreffen 2016 und 2017 diskutiert, sodass eine weitgehend koordinierte österreichische Stellungnahme ausgearbeitet wurde.

Im letzten Entwurf vom Juni 2017 wurden viele Änderungen im Sinne der österreichischen Stellungnahmen berücksichtigt. Es verbleiben aber immer noch Anforderungen, die zum Teil deutlich über den Standard der österreichischen Anlagen hinausgehen. Diese Maßnahme sehe ich äußerst positiv, die Konzentration verschiedener Materienrechte in einem Verfahren und bei einer Behörde wird zur Effizienzsteigerung führen.

DI Karl Harather


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