BAT´s für MBA´s

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Nur BAT 36 und 37 sind spezifische Verpflichtungen für MBA´s. Die Regelungsdichte bei den MBA´s ist überschaubar. Es gibt keine Fixierung einer Mindestaufenthaltszeit in einem geschlossenen oder umhausten Bereich, wie dies gemäß österreichischer MBA-Richtlinie mit mindesten 4 Wochen und einem AT4 < 20 mg O2/g TS vorgesehen ist. Da in den ersten Wochen der Rotte aber Emissionen entstehen, die es zu vermeiden gilt, wird die österreichische Stellungnahme einen Vorschlag beinhalten, für die Intensivrotte ein geschlossenes System mit Abluftreinigung zu verwenden.

Es ist kein Geruchsgrenzwert vorgesehen, dafür aber ein Grenzwertbereich für H2S mit 0,1 – 1 mg/Nm³ (BAT 32). H2S stellt einen gänzlich neuen Parameter dar. Belastbare Messergebnisse von österreichischen Anlagen gibt es nicht, bei orientierenden Messungen an 3 MBA´s konnte H2S nicht nachgewiesen werden. Der österreichischen Praxis entsprechend wird daher der Vorschlag unterbreitet, auf H2S als Parameter zu verzichten, dafür aber einen Grenzwertbereich für Geruch vorzusehen.

Wie bei den Kompostanlagen ist ein Grenzwertbereich für NH3 mit 0,1 – 10 mg/Nm³ zu erreichen (BAT 32). NH3 wird in Österreich meist überwacht, allerdings mit Grenzwerten > 10 mg/Nm³. Für Staub ist ein Grenzwertbereich von 2 – 5 mg/Nm³ vorgesehen, in Österreich ist zumeist 10 mg/Nm³ vorgeschrieben. Es wird daher vorgeschlagen, den Grenzwertbereich für Ammoniak auf 0,1 – 20 mg/Nm³ und für Staub auf 2 – 10 mg/Nm³ aufzuweiten.

Für ges. organ. C ist keine Frachtbegrenzung in der Abluft enthalten, auch eine kontinuierliche Überwachung ist nicht gefordert.

Als Abluftreinigungssystem ist ein Biofilter in Kombination mit einer weiteren Reinigungsstufe (Gewebefilter oder Wäscher oder thermische Oxidation) anzuwenden. Eine Kombination Biofilter und Wäscher oder/und Gewebefilter ist auch bei österreichischen MBA´s üblich.

Die größte Herausforderung stellt die Vorgabe einer Reingaskonzentration von 5 – 15 mg/Nm³ für ges. organ. C dar. Zwar wird eine thermische Abluftreinigung nicht verpflichtend verlangt, der Grenzwertbereich für ges. organ. C ist aber so niedrig angesetzt, dass er auf Basis der in Österreich bekannten Reingaswerte nur mit thermischer Abluftreinigung einzuhalten sein wird. Die publizierten Daten im Kapitel 4 des BREF-WT zeigen, dass die niedrigen organ. C – Werte fast nur aus Referenzanlagen mit thermischer Abluftreinigung stammen. Anlagen ohne Abfallverbrennung haben höhere organ. C-Werte. Die Schlussfolgerung im BAT 37 ist daher nicht nachvollziehbar. Eine thermische Abluftreinigung führt nicht nur zu wesentlichen Mehrkosten in der Anschaffung und im Betrieb sondern auch zu Mehremissionen an CO2, NOx und einem Verbrauch an fossilen Energieträgern und ist daher bei MBA´s ökologisch unsinnig. Die österreichische Stellungnahme sieht daher vor, den Grenzwertbereich auf 5 – 50 mg/Nm³ auszuweiten.


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