Integrierte Förderbänder brauchen nicht jährlich überprüft werden

  • von

Stetigförderer (Förderbänder, Förderschnecken,..) mit mehr als 5 m Förderlänge gelten als prüfpflichtige Arbeitsmittel nach der Arbeitsmittelverordnung (AM-VO). Sie sind gemäß § 8 AM-VO jährlich einer wiederkehrenden Prüfung zu unterziehen. Soweit so gut, diese Prüfpflicht ist bekannt. Weithin nicht bekannt ist aber, dass die wiederkehrende Prüfung dann nicht notwendig ist, wenn der Stetigförderer ein integrativer Bestandteil einer Maschine oder Anlage ist.

Wenn Stetigförderer ein Teil einer Maschine oder Anlage sind (bspw. ein Förderband in einer Abfallbehandlungsanlage), nur im Zusammenhang mit dieser funktionieren und weiters auch in das Schutzsystem der Maschine oder Anlage eingebunden sind, ist keine wiederkehrende Prüfung gemäß AM-VO erforderlich. Die Systematik der Prüfungen in der AM-VO geht im Wesentlichen von Einzelmaschinen aus, die für sich alleine funktionieren und bei denen auch die für diese Arbeitsmittel typischen Gefahrenmomente vorhanden sind. Bei Stetigförderern sind dies vor allem die Gefahrenmomente „Gefährdungen durch das Transportgut“ und „mechanische Gefahren durch die Fördermittel wie Gurte und Becherketten“. Erst wenn diese auf den Menschen im Normalbetrieb auch wirken können – was bei integrierten Anlagen in der Regel nicht möglich ist – ergibt sich auch das Erfordernis der Prüfung.

Diese konkretisierenden Erläuterungen zur Prüfpflicht sind u.a. unter www.arbeitsinspektion.gv.at/amvo/amvo.htm nachzulesen. Förderbänder in einer verketteten Abfallbehandlungsanlage sind somit als Teil dieser Anlage keiner wiederkehrenden Prüfung gemäß § 8 AM-VO zu unterziehen.

Für nähere Auskünfte stehe ich Ihnen jederzeit gerne unter 02627/82197-15, k.harather@ig-iut.at zur Verfügung.

Dipl. Ing. Karl Harather


Zur Anmeldung für den Newsletter oder für Fragen wenden Sie sich bitte an office@ig-iut.at .